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Kleinode auf der Deichkrone

- Kulturstiftung präsentiert in Wörlitz restauriertes Pantheon und Monument -

Wörlitz/MZ

„Phantastisch", „eine Offenbarung", „umwerfend" - es ist ein Vormittag der Superlative auf dem Wörlitzer Elbwall. Was aber verzückt die Menschen, lässt Gesichter strahlen und Augen glänzen? Die Stars des Tages sind zwei Bauwerke: das Pantheon und das Monument im Wörlitzer Park.

Kleinode

Ein bisschen vergessen standen sie Jahrzehnte auf dem Deich, beim Umrunden des Parks kam man zwar vorbei, aber nie hinein. Nur das Hochwasser des Jahres 2002 verschaffte sich ungefragt Einlass und sorgte dafür, dass beide Bauten nun aufs Feinste restauriert präsentiert werden können. „Fundamental" nennt Thomas Weiss, Direktor der Kulturstiftung, die Veränderungen am Pantheon. Wieder einmal sei es mit Hilfe der Restauratoren und Baufirmen gelungen, ein Gebäude so zu sanieren, dass es nicht überrestauriert wirke.

„Bei uns zeigt sich alles, als wäre es gut gepflegt", sagt er und attestiert den Beteiligten am Bauvorhaben „ganz große Feinsinnigkeit" und eine „sorgfältige Herangehensweise an das Objekt". Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff entwarf das Pantheon in Anlehnung an das Vorbild in Rom, von 1795 bis 1797 wurde es als architektonischer Höhepunkt der Neuen Anlagen in Wörlitz gebaut. Annette Scholtka gerät mehr als 200 Jahre später noch immer über den Putz ins Schwärmen. „Über 50 Prozent des Originalputzes haben wir hier noch gefunden und konnten ihn weiter verwenden", sagt die Projektbetreuerin der Restaurierung.

So viel historische Putzsubstanz gäbe es sonst an keinem Gebäude der Kulturstiftung. Und besonders schön sei sie ohnehin mit Reisigbesen betupft. Wer schon beim Putz begeistert ist, den wird das Innenleben des Pantheons ebenso wie das des Monuments - es steht nur ein paar Hundert Meter weiter entfernt auf dem Wall -verzücken. Beider Orts haben Handwerker aus Thüringen die Stuckmarmorfußböden mit ihren Ornamenten und Ranken wieder zu alter Schönheit gebracht. Im Monument wurde gar der ursprüngliche Marmorboden unter einer weitaus schlichteren Kopie entdeckt. Hier wie dort füllen Statuen, Vasen, Amphoren die Nischen. Prächtig ist die Bemalung der Kuppel im Pantheon, und als absolutes Novum präsentiert sich die dortige Muschelgrotte. Für deren Restaurierung wurden vor einem Jahr übrigens mehr als 1 000 Austern gegessen, deren Schalen nun die Wände in der Felsengrotte schmücken.

Im Wind dreht sich auf der antiken Säule des Monuments wieder eine Wetterfahne mit dem anhaltischen Wappen. So war es schon zu Franzens Zeiten, und die Kulturstiftung wird nicht müde, diese Stück für Stück wieder erlebbar zu machen. „Es ist phantastisch, dass es unserer Generation möglich ist, solche Schätze wieder zum Leben zu erwecken", freut sich Thomas Weiss. Nun, ein wenig hat da auch das Hochwasser nachgeholfen. Denn nur durch die Fluthilfeprogramme von Land und Bund konnten Vorhaben wie diese - die Restaurierungen kosteten 2,5 Millionen Euro - nun auch realisiert werden.

MZ-Fotos: Th. Klitzsch

 
   
Wörlitzer Park Monument Ahnenhalle 3

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