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Himmlisches Blau wie vor neunzig Jahren

- Wandbemalung in Hörscheler Kirche von Kriegsschäden und Staub der Jahre befreit -


HÖRSCHEL (suv).

Pinsel, Ornament-Schablonen, Farbpulver und Bindemittel - das sind Utensilien, mit denen Restauratoren in der Kirche zu Hörschel die Wandbemalung des Altarraumes wiederherstellen. Das Himmelblau des Deckengewölbes, durchzogen von goldenen Strahlen, bekam die ursprüngliche Farbwirkung bereits zurück. Bis 10. April muß alles vollbracht sein.

Dann will die Kirchgemeinde Karfreitag feiern. „Ich male gerade die Gänseblümchen", erklärte Anna Voigt. Die freiberufliche Restauratorin aus Erfurt gibt einer Bordüre die Beblätterung zurück. Die Pflanzen erinnern an Gänseblümchen. Leiter der Restauratorengruppe ist Klaus Münster aus Obernissa bei Erfurt, unterstützt von Denkmalpflegern der Fa. Mönchgesang aus dem Landkreis Sömmerda.


Hörscheler KircheDie Kirche von Hörschel ist vergleichsweise jung. Erbaut wurde sie 1904/1905 durch Baurat Theodor Quentin aus Pirna. Am 1. April 1945 wurde sie von amerikanischen Truppen schwer beschädigt. Geschosse trafen den Turm.  Die Altarraumbemalung stammt aus der Erbauungszeit. Sie ist von Historismus und Jugendstilelementen geprägt, erzählt uns Gisela Büchner, die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. Infolge der Kriegsschäden - Wandrisse, vom Dach eindringende Nässe - und normaler Alterung hatten die Farben gelitten. Putzstücke bröckelten ab. Salzausblühungen fraßen sich ins Blau des Himmelsgewölbes. Die Restauratoren begannen mit Reinigung.  „Man kann den Schmutz abpinseln oder abradieren", erfahren wir von Marko Hersel.

Überm Erdboden erhebt sich ein blaß rostroter Sockel. Es ist erkennbar, dass sich einst ein Rautenmuster darauf befand. Anhand von Ornamentik-Fragmenten stellen die Restauratoren aus Pappe und Schellack Schablonen her. Diese dienen als Malvorlage. Alles über- strahlend - die blaue Himmelskuppel mit Darstellung des Heiligen Geists als Taube. Blickfang an der Stirnseite ist die große Christusfigur.

Im Chorbogen lesen wir: „Kornmet her zu mir, alle die ihr mühselig und beladen seid..." Über dem Haupte der Christusfigur setzt sich der Spruch fort: „Ich will Euch erquicken". Den ursprünglichen Farbton zu treffen, ist nicht einfach. Die gewählten Farben sind sehr dezent. Grelle Wirkungen sollen bewußt vermieden werden.

 
   
Schlossmuseum Mon Plaisir Arnstadt 7

Freitag, 08. Januar 2010
Aktuelles Projekt Chrestensenhof Erfurt
Momentan arbeiten wir an der Restaurierung der barocken Stuckdecken im Chrestensenhof in Erfurt.
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Montag, 21. Dezember 2009
Neue Internetseite Online
Wir freuen uns das heute endlich unsere neue Internetseite online gegangen ist. Viel Spaß beim Blättern.
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