Während einer festlichen Freisprecheng der Maler- und Lackierer-Innung Dessau-Anhalt im Haus Kühnau haben gestern 15 Auszubildende des Jahrganges 2005 bis 2008 ihre Gesellenbriefe erhalten. "Dieser Gesellenbrief öffnet euch im Malerhandwerk Thüringen Tür und Tor", gab Innungs-Obermeister René Schönau den neuen Gesellen mit auf den Weg. Die Ausbildung junger Handwerker sei für die Betriebe "eine Investition in die Zukunft", so Schönau.
Die Glückwünsche des Oberbürgermeisters Klemens Koschig überbrachte Schulverwaltungsamtsleiter Bernd Wolfram. Er verwies darauf, dass das hiesige Maler-Handwerk seit der Wende bereits mehr als 380 junge Leute ausgebildet hat. Den Meisterbetrieben sprach er dafür seinen Dank aus. "Lernen Sie immer weiter, auch in der Ferne, aber kehren Sie zurück", rief Wolfram den neuen Gesellen.
Mario Kohse, Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses, holte die Gesellenbriefe aus der historischen Lade der Innung und begleitete die Freisprechung jedes Lehrlings traditionsgemäß mit einem kräftigen Hammerschlag. Er freue sich immer, wenn die jungen Leute ihren Ausbildungsweg bis zu Ende gehen, so Kohse. Leider hätten vier Lehrlinge dieses Jahrganges die theoretische Prüfung nicht geschafft. In einem halben Jahr bekämen sie eine zweite Chance.
Einzige Frau unter den 15 neuen Malergesellen und mit einem Abschluss von 2,0 Jahresbeste ist Michelle Eicke. Sie hat bei der Arbeitsgenossenschaft Schubert & Hersel gelernt, einer Firma aus Erfurt, die im Dessau-Wörlitzer Gartenbereich historische Gebäude restauriert. Auf Anregung ihres Chefs werde sie nun eine Weiterbildung an der Akademie für Denkmalpflege in Görlitz aufnehmen, "weil ich mal in die Restaurierung einsteigen möchte", sagt sie.
Nicht alle ehemaligen Lehrlinge wurden wurden von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen. Schlechte Auftragslage, mit verursacht durch Schwarzarbeit und Niedrigpreise, nannte Innungs-Obermeister Schönau jun. als Grund. Kreishandwerkmeister Karl Körkel zeigte sich jedoch überzeugt davon, dass sich in den fast 90 Innungsbetrieben der Kreishandwerkerschaft Dessau-Roßlau/Wittenberg Arbeitsplätze finden.