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Dokumentation

Alle Befunderhebungen, Proberestaurierungen und Restaurierungsmaßnahmen werden von uns sorgfältig in Wort und Bild dokumentiert. Wir legen dabei Wert auf eine gut strukturierte für Auftraggeber und nachfolgende Restauratoren leicht nachvollziehbare Form.

Von uns verwendete Materialien werden mit Inhaltstoffen und mit Produktblättern des Herstellers angegeben.


Die Dokumentationen enthalten:

  » Zustands-, Schadens- und Maßnahmenkartierungen
  » Schallskizzen und Klimadiagramme


Wir halten uns an die Richtlinien der Denkmalämter und verwenden auf Wunsch digitale Datenträger.

Die Ergebnisse der Recherche zur Objektgeschichte fließen in die Dokumentation ein.

 
Klassifizierung vo Restaurierungprotokollen

 Klassifikation von Restaurierungsprotokollen
In der Praxis stehen für die Dokumentation grundsätzlich zwei formale Typen zur Verfügung: der Formularstil und der Beschreibungsstil. Beide Typen sind in allen drei Anwendungsbereichen der Dokumentation einsetzbar: 1. zum Festhalten des Ist-Zustands, 2. für Vorschlag und Begründung restauratorischer Maßnahmen und 3. zum Protokollieren der einzelnen Behandlungsschritte während der Restaurierung.
 

Formularstil
Ausgangsbasis für die Dokumentation im Formularstil ist eine vorgefertigte Liste von Beschreibungskategorien, nach denen die erforderlichen Informationen abgefragt werden können. Der Formularstil operiert mit standardisierten Antworten und läßt anhand einer Checklist eine schnelle, effiziente Arbeitsweise zu. Voraussetzung ist dabei, daß Gruppen gleichartiger Objekte bearbeitet werden, um die Anzahl der Varianten auf dem Formblatt einerseits begrenzt zu halten und trotzdem die Mehrzahl der Möglichkeiten zu erfassen. Das systematische Vorgehen auf der Basis eines solchen Formulars schließt aus, daß bestimmte Punkte überhaupt nicht abgefragt werden. Das Formular kann hierarchisch angelegt sein und dabei unterschiedliche Erschließungstiefen anbieten. Die Verwendung einer immer wiederkehrenden, begrenzten Zahl an Fachbegriffen trägt zu einem relativ breiten und langfristigen Verständnis der Informationen bei. Im Formular-Stil abgefaßte Dokumentationen sind auch retrospektiv auf bestimmte Sachverhalte hin gut abfragbar, denn sowohl der übersichtliche Aufbau wie auch die normierte Beschreibungssprache sichern eine Kontinuität der Auswertbarkeit zu. Deshalb können auf diese Weise angelegte Dokumentationen auch retrospektiv die Grundlage für eine ausformulierte, publikationsfähige Dokumentation liefern. Nachteilig kann sich das Schema allerdings dann auswirken, wenn es auf fachsprachliche und fachtechnologische Entwicklungen nicht reagiert. Daher muß es immer wieder aktualisiert werden.
 

Berichtsstil
In zwei Punkten unterscheidet sich der Berichtsstil grundsätzlich vom Formularstil. Erstens operiert der Berichtsstil mit vollständigen, ausformulierten Sätzen. Und zweitens werden die Gegenstände ohne vorgegebene Begriffe beschrieben. Dabei entscheidet der Restaurator sowohl über die Auswahl der erfaßten Aspekte wie auch über die Ausführlichkeit der Beschreibung. Nur der Berichtsstil erlaubt es, technische Eigenheiten eines Buches individuell und en detail zu beschreiben, ohne dabei begriffliche Vorgaben beachten zu müssen. Der Berichtsstil wird insbesondere dann eingesetzt, wenn Objekte von besonderem Wert restauriert werden und sich die Dokumentation an Nicht-Restauratoren richtet.

Auf der praktischen Ebene der tatsächlich existierenden Dokumentationen gehen diese beiden grundsätzlichen Typen allerdings in den verschiedensten Zwischenformen und Mischungen ineinander. Es gibt kein einziges der herangezogenen, insgesamt 28 Restaurierungsprotokolle des deutschen, angelsächsischen und italienischen Sprachraums, das nicht sowohl Elemente des Formular- wie des Berichtsstils enthalten würde.

Neben der Unterscheidung des äußeren Darstellungsstils lassen sich aber auch mehrere inhaltliche Typen von Protokollen feststellen. Nicht näher eingegangen wird hier auf den ersten Teil der Protokolle, in dem die bibliothekstechnischen und kodikologischen Merkmale zur Identifizierung von Handschriften und Büchern festgehalten werden. Dabei werden diese Informationen entweder steckbriefartig kurz oder ausführlicher aufgenommen, wobei gerade die kodikologische Beschreibung mitunter umfangreich ausfallen kann.

Eine Einteilung in inhaltliche Protokollgruppen läßt sich anhand der Beobachtungen zu der Art und Weise gewinnen, wie die drei immer wieder formulierten inhaltlichen Anforderungen an eine Dokumentation in den jeweiligen Bibliotheksprotokollen tatsächlich verknüpft sind, nämlich 1. die Dokumentation des Ist-Zustands, 2. die Beschreibung und Begründung der geplanten Restaurierungsmaßnahmen, und 3. die Dokumentation der tatsächlich durchgeführten Restaurierungsschritte und -maßnahmen. Nach dieser Einteilung sind zwei Protokoll-Typen zu unterscheiden:
 

Protokoll-Typ A
Typ A gibt alle drei Beschreibungskategorien vor, und zwar in optisch voneinander getrennter Form. Nach der Beschreibung des Ist-Zustands (condition, state of conservation), werden der Vorschlag für die Restaurierung (treatment plan, proposed treatment) und zuletzt die tatsächlich durchgeführten Maßnahmen (treatment) festgehalten. Denn indem die Vorgaben für die Restaurierung und die erfolgten Maßnahmen als deutlich voneinander getrennte Kategorien notiert werden, kann das Protokoll in idealer Weise bei arbeitsteiligen Restaurierungen eingesetzt werden: Ein Bearbeiter begründet und plant die Restaurierung, effektiv führt sie aber ein Restaurator aus. Eine Aufteilung auf zwei Personen ergibt sich aus der Trennung jedoch nicht zwingend. Dieser Protokolltyp wird in 61% der Hälfte der Fälle eingesetzt, etwa in Aberystwyth (National Library of Wales), Ascona (Centro del bel libro), Dresden (Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek), Genua (Biblioteca Civica Berio), Rom (Istituto Centrale per la Patologia del Libro), Göttingen (Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek), Hunzenschwil/Schweiz (Atelier für Buchrestaurierung M. Strebel), Köln (Fachhochschule), München (Bayerische Staatsbibliothek), San Francisco (Western Regional Paper Conservation Laboratory), Stuttgart (Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Staatliche Akademie der Bildenden Künste), Washington (Folger Shakespeare Library 1995, Library of Congress, Smithsonian Center for Materials Research and Education), Wien (Österreichische Nationalbibliothek) und in Winterthur, Delaware (Winterthur Museum).

Um diesen Protokoll-Typ an einem Beispiel zu erläutern, wird das Restaurierungsprotokoll des Instituts für Buch- und Handschriftenrestaurierung der Bayerischen Staatsbibliothek München vorgestellt: Auf der ersten Seite finden sich zunächst Angaben zur Identifizierung des Werks (Besitzer, Signatur), formale Angaben (Bearbeiter, Restaurator, Datum) und Raum für Anmerkungen des Auftraggebers. Unten ist Raum für eine kurze, überblickshafte Darstellung von Zustand und Schaden  Im weiteren ist das Protokoll so angelegt, daß sich je zwei Seiten zu einem bestimmten buchtechnischen Bereich (Buchblock, Einband) gegenüberstehen: Die rechte Seite mit der ungeraden Seitenzahl gibt feste Kategorien zum Ankreuzen im Formularstil zur Dokumentation von Ist-Zustand, geplanten Arbeitsschritten und durchgeführten Maßnahmen vor. Die gegenüberliegende, linke Seite mit der ungeraden Seitenzahl bietet Raum für ergänzende Informationen im Berichtsstil. Dabei betrifft Seite drei den Buchblock als Ganzen, einzelne Blätter oder eine Graphik . Die Seiten fünf und sieben widmen sich dem Einbandmaterial bzw. der Einbandtechnik . Mit Angaben zu Schließen, Bändern und Beschlägen endet das Protokoll auf Seite acht. Stets arbeiten zwei Personen jeweils an einem einzigen Objekt: Der Sachbearbeiter, der selbst Restaurator ist, notiert den Ist-Zustand und erstellt einen Behandlungsplan. Für den Ist-Zustand verwendet er einen schwarzen, für den Behandlungsplan mit den konkreten Arbeitsanweisungen an den ausführenden Restaurator einen roten Stift. Sein Kollege, der die Restaurierung tatsächlich durchführt, durchdenkt diese Vorgaben kritisch und weicht von ihnen ab, falls sich im Verlauf der Restaurierung herausstellen sollte, daß eine Maßnahme nicht wie geplant durchgeführt werden kann. Zur klaren Unterscheidung verwendet er für die Dokumentation seiner praktisch ausgeführten Maßnahmen einen blauen Stift. Die drei Bestandteile der Dokumentation: Ist-Zustand, Planung und Maßnahmen, lassen sich also bei diesem Protokoll nicht nur inhaltlich, sondern auch rein optisch nach Farben und persönlicher Handschrift unterscheiden.

   
Protokoll-Typ B
Protokoll-Typ B verzichtet auf eine separate Darlegung des Behandlungsplans und geht nach der Beschreibung des Ist-Zustands direkt zu den durchgeführten Restaurierungsmaßnahmen über. Überlegungen zur Behebung eines Schadens und die einzelnen Planungsphasen der Restaurierung werden bei diesem Typ nicht schriftlich fixiert, zumindest nicht in den vorformulierten Protokollblättern selbst. Damit bleibt die Stufe der vorgedachten, gleichsam konzeptionellen Restaurierung undokumentiert, also der in jedem Fall anzunehmende Zwischenschritt der praktischen Vorüberlegungen zwischen bloßer Schadensbegutachtung und materiell ausgeführter Restaurierung. Damit geht der Dokumentation aber eine wichtige Quelle der Information verloren. Denn gerade dort, wo Planung und Ausführung divergieren, sind Einblicke in den prozessualen Ablauf der Restaurierung, der unterschiedlichen Beurteilung und der gegenseitigen Korrektur zwischen Bearbeiter und Restaurator zu gewinnen. Dieser Protokoll-Typ wird in 39 % der Fälle angewendet, etwa in Berlin (Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz) , Bern (Stadt- und Universitätsbibliothek), Chicago (The Newberry Library, University Library), Frankfurt a.M. (Stadt- und Universitätsbibliothek), Malta (Malta Centre for Restoration), München (Bayerisches Hauptstaatsarchiv), New York (The Metropolitan Museum of Art), sowie in Washington (Folger Shakespeare Library 1997, National Gallery of Art) und Wolfenbüttel (Herzog August Bibliothek).

Protokoll-Typ B wird am Beispiel von Malta erläutert . Nach allgemeinen und bibliographischen Informationen  erfolgt eine ausführliche Beschreibung kodikologischer Merkmale aufgeteilt nach Buchblock (Text-Block-Analysis), Heftung (Stitching) und Einband (Binding). Daran schließen sich die Beschreibung des Ist-Zustands (State of conservation)  und der durchgeführten Maßnahmen (Interventions) an (Abb. 6). Das Protokoll endet mit Empfehlungen zur Konservierung (Preservation guidelines) und Angaben zu Fotos als illustrierendem Bestandteil der Dokumentation.

Für Buchhistoriker, Philologen, oder Restauratoren geht es bei der gezielten Konsultation eines Restaurierungsprotokoll in erster Linie darum, Informationen zu erhalten, welche Eingriffe an einem Buch vorgenommen wurden, etwa ob Originalsubstanz nicht mehr verwendet und eine originale Technik verändert werden mußte, welche Methoden und Materialien letztlich zum Einsatz kamen und sich als dauerhaft erwiesen haben. Daher ist es wichtig, die Restaurierung ausführlich zu dokumentieren und, wo sinnvoll, die schriftlichen Notizen mit einer Skizze oder Fotografie anzureichern, um auf diese Weise ein geschlossenes Bild des durchgeführten Eingriffs zu bieten, das retrospektiv auch für den Buchhistoriker wichtige Informationen bereithält. Die schriftliche Dokumentation auch der Vorüberlegungen mit dem Restaurierungskonzept stellen den in den berufsethischen Grundsatzpapieren skizzierten Idealfall dar, der jedoch in keinem ursächlichen Zusammenhang mit der Qualität einer Restaurierung steht.

 
   
Prinz Carl Palais München 1

Freitag, 08. Januar 2010
Aktuelles Projekt Chrestensenhof Erfurt
Momentan arbeiten wir an der Restaurierung der barocken Stuckdecken im Chrestensenhof in Erfurt.
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Montag, 21. Dezember 2009
Neue Internetseite Online
Wir freuen uns das heute endlich unsere neue Internetseite online gegangen ist. Viel Spaß beim Blättern.
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